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Lakritz - Das schwarze Gold des Nordens

Bei kaum einer anderen Süßigkeit scheiden sich die Geister so sehr wie bei Lakritz. Lieben oder hassen… dazwischen scheint es nichts zu geben. Doch woran kann das nur liegen? Und was macht Lakritz so besonders? Diesen Fragen gehen wir hier nach.

Deutschland ist geteilt. Nein, damit meinen wir nicht Ost und West, sondern vielmehr Nord und Süd. Eine natürliche Grenze bildet hierbei die Frankfurter Mainlinie, die liebevoll Lakritzäquator genannt wird. Sie teilt das Land in Lakritz-Land und Nicht-Lakritz-Land. Schaut man sich die Verkaufszahlen an, so fällt auf, dass die Norddeutschen eher zu der Lakritzschnecke greifen als die Menschen im Süden. Kein Wunder, wird das schwarze Gold des Nordens im Süden doch eher als Bärendreck verspottet. Auch wenn wir Bärendreck noch nie probiert haben, würden wir glatt behaupten, dass er anders schmeckt als bitter-süßlich.

Lakritz - wo kommt das her?

Zur Geschichte von Lakritz ist zu sagen: Es war einmal in China…. Die Süßholzwurzel, aus welcher auch heute noch Lakritz gewonnen wird, stammt ursprünglich aus Fernost, wo sie auch heute noch als traditionelle Heilpflanze verwendet und verarbeitet wird. Auch im alten Ägypten war die Wurzel bekannt. 1922 wurde im Grab des Tut-ench-Amun eine Süßholzwurzel gefunden. Die Assyrer und die alten Römer wussten ebenfalls um die Heilwirkung des Wurzelsafts und planten ihn als festen Bestandteil in der Verpflegungsration ein. Insbesondere im Mittelmeerraum, wo die Süßholzwurzel kultiviert ist, galt der Saft als Heilmittel gegen Husten und Magenbeschwerden. Dass dann aus dem Saft eine Süßigkeit wurde, sind englischen Mönchen und George Dunhill (1760) zu verdanken. Sie kochten erstmalig den Saft mit Zucker und weiteren Zutaten auf … die Geburtsstunde des Lakritz. Lakritz scheidet nicht nur die Geister, sondern ist auch unglaublich widerspenstig. Aufgrund seines hohen Zuckergehaltes und dem daraus resultierenden niedrigen Aw-Wert (Wasseraktivität) ist es lange haltbar. Allerdings kann es geöffnet nach einer Weile austrocknen und den Geschmack verlieren.

Lakritz aller Länder, vereinigt Euch!

Während die Menschen in Süddeutschland den Geschmack von Lakritze eher mit gerümpfter Nase verachten, gibt es genügend Anhänger der schwarzen Süßigkeit in der Welt. Ob in Norddeutschland, in Großbritannien (wo es üblicherweise unter „allsorts” geführt wird) oder Skandinavien - überall wird gerne in die schwarze Tüte gegriffen. Doch kein Land schlägt die Niederlande. Hier liegt der Verbrauch sogar bei 2kg pro Kopf im Jahr. Hallelujah! Zudem ist Lakritz nicht gleich Lakritz. Während salziges Lakritz (gesalzen mit Salz oder Ammoniumchlorid) insbesondere in Skandinavien und den Niederlanden sehr beliebt ist, wird in weiten Teilen der Welt eher die süße Variante bevorzugt. In Island werden zum Beispiel Lakritzbonbons mit Milchschokolade umhüllt.

Lakritz für die Großen und die Kleinen

Wenn man von Lakritz spricht, muss man zwischen Erwachsenen-Lakritz und Kinder-Lakritz unterscheiden. Grund dafür ist die Konzentration des Extraktes der Süßholzwurzel - Glyzyrrhizin. Liegt der Gehalt bei unter 0,2g je 100g, wird das Produkt einfach als Lakritz (oder Kinderlakritz) bezeichnet. Bei Produkten mit mehr als 0,2g je 100g muss es zusätzlich mit dem Namen „Starklakritz” versehen werden. Bei Salzlakritz ist deutschen Herstellern eine maximale Zugabe von Salmiaksalz von 2% erlaubt. Verschiedene Importprodukte - speziell aus Dänemark und Holland - weisen allerdings meist höhere Salzkonzentrationen auf. Sogar bis zu 7,99% Salmiaksalz können enthalten sein. Dann muss das Produkt den Zusatz „extra stark, Erwachsenenlakritz - kein Kinderlakritz” tragen.

Lakritz ist gesund

Dass Lakritz gesund ist, haben Forscher in verschiedenen Studien herausgefunden. Das liegt an seinen Inhaltsstoffen, insbesondere der Süßholzwurzel. So soll Lakritz heilsam bei Entzündungen wirken, Leberwerte bei chronischer Hepatitis senken und das Immunsystem und die Abwehrkräfte stärken. Gleichzeitig hat die Süßholzwurzel und ihre Extrakte eine beruhigende und krampflösende Wirkung auf den Magen, da sie die Durchblutung der Magenschleimhaut fördert. Doch Obacht! Wie bei allen ist auch hier die Masse wichtig! Denn übermäßiger Verzehr kann schnell gesundheitsschädlich wirken. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder das Senken der Libido sind nur drei von vielen Nebenwirkungen. In der Schwangerschaft kann der Lakritzkonsum negative Einflüsse auf die Entwicklung des Embryos haben. Auch bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten sollte man Vorsicht walten lassen, da übermäßiger Lakritzkonsum die Wirkung dieser verändern kann. Das heißt aber keinesfalls, dass man nun auf Lakritz verzichten soll. Erwachsenen-Lakritz wird bis zu 50g am Tag als unbedenklich eingestuft, bei Kinder-Lakritz sind es sogar 100g.

Liebe und Hass - doch warum?

Nicht nur deutschen Herstellern fällt auf, dass mitten durch Deutschland ein Lakritzäquator verläuft. Auch ausländische Hersteller amüsieren sich über die Geschmacksgrenze hierzulande. Und alle beschäftigt die Frage nach dem „Warum?”. Es kursieren verschiedene Theorien und Mythen darum. Allen gemeinsam ist der Nenner Meer. Denn es ist auffällig, dass Menschen in Meeresnähe eher zu Lakritz greifen als jene, die weit entfernt davon aufgewachsen sind. Man vermutet, dass im Norden schon früh Lakritz importiert und auch als Überlebensmittel genutzt wurde, da es den Hunger stillt und Durst löscht. Sozusagen eine vererbte Geschmacksvorliebe. Aber warum es wirklich so ist, weiß keiner. Es wird wohl auch erst einmal ein Geheimnis bleiben und das ist auch gut so. So bewahrt man sich den Nervenkitzel.

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